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  • Karina von Keitz

Für wen ist Coaching geeignet?

Aktualisiert: Sept 4

In den letzten Wochen bin ich öfter gefragt worden: Für wen ist Coaching eigentlich geeignet? Die Antwort ist simpel:

Coaching ist für alle geeignet, die sich weiterentwickeln wollen!

Jeder von uns kennt Menschen aus seinem persönlichen Umfeld oder dem öffentlichen Leben, die dafür bekannt sind, schwer von sich überzeugt zu sein - die den Ansatz haben "bei mir läufts super - aber die anderen sind Idioten". Die zumindest nach eigener Meinung immer alles richtig machen und über jeden Zweifel erhaben sind. Für Menschen mit dieser Grundhaltung ist Coaching nicht geeignet. Auch wenn Du lieber Leser der Meinung bist, dass Dein Chef, Kollege, Onkel dringend mal zum Coaching sollte: Um Deine oder meine Meinung über Dritte geht es nicht. Es geht darum, was die Menschen selbst denken und wollen. Coaching kann nur dann gut funktionieren, wenn jemand Lust darauf hat, sich weiterzuentwickeln und sich immer mal wieder kritisch hinterfragt. Ganz egal, wie viel Verbesserungs- oder Entwicklungspotential wir Außenstehende in einer Person sehen.





Selbsterkenntnis ist der erste Schritt


Am Anfang jeder Veränderung steht die Selbsterkenntnis, dass es überhaupt etwas gibt, was man verändern könnte. Frei nach dem alten Motto

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung

Wenn ich der Überzeugung bin, dass alles gut so ist und bleiben soll, wie es ist, gibt es für mich gar keinen Anlass, überhaupt über Veränderung nachzudenken. Wenn ich in einer Familie aufwachse, in der alle Harz 4 beziehen – und es für mich das normalste auf der Welt ist, nicht zu arbeiten oder vorher die Schule zu schwänzen – dann fehlt die Basis für Veränderung. Wenn ich der Überzeugung bin „bei mir läufts super – alle anderen sind die Idioten“ wird’s nix mit der Veränderung.


Die Erkenntnis, dass es in meinem Leben Alternativen zum Status Quo gibt, kann aus uns selbst heraus kommen indem wir uns kritisch hinterfragen oder andere beobachten. Dabei ziehen wir unsere Schlüsse und stellen fest, dass etwas anders laufen könnte als aktuell. Oder sie kommt von anderen Menschen in unserem Umfeld, die uns aktiv Alternativen aufzeigen und Hinweise geben, wo wir etwas verändern können. Beispielsweise Freunde, Partner, Chefs, Mitarbeiter. Oder Menschen, die dafür bezahlt werden, dass sie uns helfen, besser zu werden: Trainer im Sport, Lehrer in der Schule, Coaches wenn´s um unser Leben geht oder andere Experten, die wir um Rat fragen.


Übrigens wird ein guter Coach seinen Kunden nicht sagen, in welchem Bereich in seinem Leben Handlungsbedarf besteht, was für den Kunden gut oder schlecht, richtig oder falsch ist. Von mir gibt’s kein „du musst abnehmen“. Aber wenn jemand das Ziel hat, abzunehmen und mich um Unterstützung bittet – dann bin ich für ihn da.


Ein gutes Tool um herauszufinden, in welchem Lebensbereich man sich weiterentwickeln möchte, ist das Lebensrad. Es hilft dabei zu erkennen, wo man in den verschiedenen Bereichen des Lebens gerade steht und wo man zukünftig hin möchte. In meinem nächsten Artikel werde ich näher auf das Lebensrad eingehen.



Was uns dazu motiviert, uns verändern zu wollen


Neben der Erkenntnis „bei mir könnt´s besser laufen“ brauchen wir im zweiten Schritt die Motivation, an diesem Zustand etwas verändern zu wollen. Wenn es um Motivation geht, unterscheidet man zwischen den sogenannten Push- und Pull-Faktoren:


Bei Push-Faktoren will ich weg von etwas. Ich will etwas vermeiden – zum Beispiel Leiden. „Wenn du dich nicht änderst, werde ich mich von dir trennen“ ist so ein klassischer Push-Faktor. Wir würden von uns aus eigentlich nichts tun. Aber die drohende Trennung wiegt für uns schwerer als die Unbequemlichkeiten, die mit der Änderung einhergehen. Oder wir haben von uns aus genug – und beschließen beim Blick in den Spiegel: So kann´s nicht weitergehen, ab heute nehme ich ab. Jemand mobbt uns am Arbeitsplatz und wir beschließen: So was passiert mir nie wieder, beim nächsten will ich gewappnet sein, um ihm Paroli zu bieten.



Bei Pull-Faktoren werden wir nicht von etwas Negativem motiviert, was wir vermeiden oder loswerden wollen, sondern von einem positiven Bild. Hin zu etwas, zu einem erstrebenswerten Ziel, zu etwas, was uns attraktiv erscheint. Vielleicht sieht man bei Freunden, was für eine wundervolle Beziehung sie haben. Und das willst Du für Deine Beziehung auch. Man nutzt Coaching nicht, weil es in der Beziehung kriselt oder der Partner mit Trennung droht, sondern weil man eine erfüllte Beziehung erzielen will. Bei den Pull-Faktoren – oder die Motivation durch einen Gewinn an Freude ist oft der Status Quo schon sehr gut – aber wir wollen noch eine Schippe drauflegen, uns weiterentwickeln, ein tolles Beispiel für unsere Kinder und Mitmenschen sein.



Wer grundsätzlich Veränderung will – aber es seit Jahren nicht schafft, diese Veränderung auch umzusetzen – bei dem ist vermutlich die Motivation in Form von Leidensdruck oder dem erstrebenswerten Ziel nicht groß genug. Im Coaching helfe ich meinen Kunden oft, einen Motivationsfaktor zu finden, der groß genug ist, um eine langfristige Veränderung hinzubekommen.




Selbst ist die Frau (und der Mann)


Manch einer denkt vielleicht: Ich gehe zum Coaching – und dann löst mir jemand meine Probleme. Mit der Einstellung wird das nix! Ein Coach hilft bei der Problemanalyse, bei der Suche nach einer passenden Lösung und der Umsetzung. Ein Coach ist also für dein Leben wie ein Trainer für den Fußballspieler. Jürgen Klopp spielt den Ball nicht selbst – nur weil sein Spieler nicht weiß, wie ein Spielzug funktioniert. Er erklärt ihm den Spielzug, den Trick – und dann probiert der Spieler selbst wie es geht. Vielleicht zeigt Kloppo sogar, wie der Trick in der Praxis funktioniert. Aber dann muss der Spieler selbst ran. Und er muss so lange üben, bis es funktioniert und in dem neuen Trick brilliert, mit dem er beim nächsten Spiel eine Glanzparade hinlegen kann. Ein Spieler, der nicht bereit ist, selbst Einsatz zu zeigen und zu üben, wird vermutlich auch nicht erfolgreich. Egal wie gut ein Trainer ist.


Im Coaching bedeutet das: Kunden, die sich die Zeit nehmen, um zwischen den Coachings Methoden und Tools in der Praxis auszuprobieren – also zu trainieren, kommen meist viel schneller zum Ziel. Oft sparen sie so nicht nur Zeit, sondern auch Geld.



Selbst bei einem Spiel, bei dem es um viel geht, geht Kloppo nicht auf den Rasen. Er rauft sich vielleicht die Haare wenn´s nicht läuft, gibt Empfehlungen, würde vermutlich oft gerne selbst Hand – oder besser Fuß anlegen. Aber letztendlich hängt es vom Training, Geschick und der Lernbereitschaft der Spieler ab, ob das Spiel gut läuft. So wie beim Fußball ist es bei Deinem persönlichen Spiel des Lebens auch.




Coaching ist wie Fahrschule fürs Gehirn


Coaching ist für Menschen, die sich weiterentwickeln wollen und bereit sind, dafür auch Einsatz zu zeigen. Natürlich braucht nicht jeder, der sich weiterentwickeln will, einen Coach. Aber mit Coach geht es schneller. Das ist ein bisschen so wie mit einer Fahrschule: Wer Auto fahren lernen will, nimmt sich üblicherweise einen Fahrlehrer. Obwohl wir eigentlich genügend Ressourcen haben, um uns das Autofahren selbst beibringen zu lassen: Wir sind vorher hunderte – ach: tausende male in einem Auto mitgefahren. Wir haben oft Eltern, die selbst ganz gut fahren können und es uns beibringen könnten. Und es in Zeiten von Youtube gibt es zu praktisch allem Tutorials, was man sich vorstellen kann.


Trotzdem lernen wir das Autofahren üblicherweise von einem Fahrlehrer und nicht schon vorab selbst. Weil wir es schneller lernen und uns sicher sein können, dass wir es hinterher auch richtig können. So ist das mit Coaching auch: Wenn wir etwas unbedingt erreichen oder verändern wollen, schaffen wir das auch ohne Coaching. Aber: Mit Coaching geht’s schneller.


Eure Karina von Keitz



Fragen & Anregungen für deinen Alltag


1. Liste erstellen: Was würde ich an meiner aktuellen Situation gerne ändern?

2. Priorisieren & Prüfen: Wie wichtig ist mir diese Veränderung? Bin ich bereit, dafür auch etwas zu investieren (z.B. Zeit, Geld, Überwindung)? Dann ist es ein echtes Ziel.

3. Oder ist es eher ein Nice-to-Have was nett wäre, wenn ich dafür keinen zusätzlichen Aufwand betreiben muss? Dann ist es kein echtes, ernstzunehmendes Ziel, sondern nur ein Wunsch und kann aussortiert werden.

4. Zur Vertiefung: Warum ist mir dieses Ziel wichtig? Welche Veränderungen erreiche ich in meinem Leben und im Leben meiner Mitmenschen wenn ich dieses Ziel erreiche?

5. Der erste Schritt: Überlege dir ein paar Maßnahmen, um dem Ziel näher zu kommen und wähle dann 1-2 Maßnahmen aus, die dir realistisch erscheinen und du angehen willst.

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